Die Fee der Lebendigkeit

Ich hab’ sie gesehen,
das Geistchen der Lüfte –
leicht wie die Feder
und luftig und klein.
Flink kam sie geflogen
durch Enge und Weite;
den Zwischenraum hat sie gesehen,
wo keine Anzüge und Akttaschen stehen –
da lebt sie
und freut sich wenn
sie jemand sieht.

Sie legt nicht viel Wert
auf korrekte Gedanken,
noch weniger mag sie die Schranken,
die Wände,
die Treppen
und alles was eckig und wichtig –
sie hält das für nichtig.
Denn viel mehr am Tag,
wenn die Sonne
mit strahlender Wärme
die Blüten berührt,
die sie zwecks Garnitur
ihrer schicken Frisur
in die Haare sich steckt;
Das verdient den Respekt
und die Ecken der Räume
verbeugen sich leicht,
denn sie wissen:
gesegnet ist jedes Quadrat,
dem die Ecken gerundet.

Soweit reicht die Liebe,
wie Raum für sie da;

Soweit weht der Wind,
wie die Tür offen steht.

Türen mag sie am liebsten,
nebst Spiegeln und Fenstern,
besonders die runden,
denn Ecken sind höflich und nett,
aber irgendwie innerlich fett
und gestopft
und verstaut
und verbaut
und auch sonst nicht gesund –
mit anderen Worten:
einfach nicht rund.